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Albert Einstein to Otto Nathan, 14 July 1936:

Access Control
Date
14 July 1936
Abstract
TLS.
Details
Identifier
einstein:348,Folder 1.12
Extent
1 item
Format
Rights
Copyright © 2013 The Hebrew University of Jerusalem. Published by Princeton University Press.

 


: einstein:348-1
Glenwood, Saranac Lake, N. Y.
14 July 1936
Dear Nathan,
The question of the contribution to the Ossietzky fund I gladly leave to your discretion on the basis of your information in Europe.
I know of a young musician suitable for the purpose you mentioned: Boris Schwarz, Grunewald, Berlin, 17a Auerbach St. I have procured, with great trouble, an entry permit to America; he must begin his journey here at the end of this month, however, because the American consul in Berlin has not granted an extension and his passport (he is Russian) will surely be invalidated. If, however, the American musician is a man of some influence, he could perhaps arrange it; in any case, I can warmly recommend this young man in character and as a musician (concert violinist).—
I am sending you enclosed a letter from Thomas Mann and the curriculum vitae of the physician, Dr. Klopstock, because Miss Dukas told me that you are in touch with the secretary of the Physicians’ Relief Committee. My impression is that the services of such a particularly experienced specialist ought to be welcome here in America. I, for my part, would naturally be pleased to exert myself in every suitable way to provide an employment opportunity for the man.
[TLS]

 


: einstein:348-1
Glenwood, Saranac Lake N. Y.
den 14. Juli 1936
Lieber Nathan:
Die Frage des Beitrages zum Ossietzky-Fond überlasse ich gerne Ihrer Entscheidung, die Sie auf Grund Ihrer Informationen in Europa fällen werden.
Einen jungen Musiker, der sich für den von Ihnen genannten Zweck eignen würde, wüsste ich. Boris Schwarz, Berlin-Grunewald, Auerbachstr. 17a. Ich habe für denselben mit grosser Mühe die Hinreiseerlaubnis nach Amerika erwirkt; er muss aber Ende dieses Monats seine Reise hierher antreten, weil der amerikanische Konsul in Berlin keinen Aufschub gewährt hat und ihm sein Fremdenpass (er ist Russe) wohl entzogen wird. Wenn aber der amerikanische Musiker irgendwie ein einflussreicher Mann ist, könnte er es vielleicht doch arrangieren; jedenfalls kann ich den jungen Mann als Persönlichkeit und als Musiker (Konzertgeiger) wärmstens empfehlen.—
Ich sende Ihnen hier einen Brief von Thomas Mann und das curriculum des Arztes Dr. Klopstock, weil mir Frl. Dukas sagte, dass Sie mit dem Sekretär des Aerzte-Hilfscomités in Verbindung stehen. Meinem Eindrucke nach dürfte die Tätigkeit eines solchen besonders erfahrenen Spezialisten hier in Amerika erwünscht sein. Ich meinerseits würde natürlich gerne mich in jeder geeignet erscheinenden Form bemühen, um dem Manne eine Arbeitsmöglichkeit zu verschaffen.
[TLS]

 


: einstein:348-2
Developments in Europe are unutterably miserable. God Almighty seems to have given the devil general power over there. Here, too, the fascist threat seems to be escalating. If we’re lucky, we’ll be able to witness many a fine thing yet.—Harvard mutely swallowed my refusal.
With best regards and good wishes,
Yours,
A. Einstein.
2 enclosures
[Verso.]

 


: einstein:348-2
Die Entwicklung in Europa ist unsagbar mies. Der Herrgott scheint dem Teufel für dort Generalprokura gegeben zu haben. Auch hier ist die fascistische Gefahr, wie es scheint, im Steigen begriffen. Wenn wir Chancen haben, können wir noch manches schöne erleben.—Harvard hat meine Absage schweigend geschluckt.
Mit den besten Grüssen und Wünschen
Ihr
A. Einstein.
2 Anlagen!
[Verso.]